kra: kra: [CROWFULNESS]

kra: kra: [CROWFULNESS]
Rikke Aamann & Marie Dahl
 
Rikke Aamann and Marie Dahl honour in picture, sound and word the crow family: Corvidae.
The mythical space between Corvus and human, bears witness to our similarities.
Further, it attests the bird’s intelligence as well as the human need to project
ourselves onto almost all members of the crow family.
All over the world, the Corvus share similar roles and personalities in myths.
This testifies to an ancient connection between man and crow, based on mutual observation and needs: a connection, which today seems fractured.

(May 2013)

__________________________________________

Rikke Aamann und Marie Dahl sind Künstlerinnen, denen ein einzigartiger Duktus gemeinsam ist. Ihre liebevoll-akribische und insistierende Haltung ignoriert die weit verbreitete (pseudo-)konzeptuelle Leichtfertigkeit mit leichter Hand und erschafft – als beeindruckendes Resultat einer langwierigen Produktionsphase – eine Art intellektuell-erfrischende Kontrastfolie zur gängigen Ausstellungspraxis in Berlin.

Aamann&Dahl beschritten beharrlich einen komplexen Weg, um sich, ausgehend von intensiven inhaltlichen Recherchen “ganz nah” am Sujet, in Feld- und „Wiesen“-forschung wie in zeichnerischer Annäherung, in wissenschaftlicher Literaturrecherche wie in ornithologischen Sound- und Cultural Studies, hin auf einen optimalen Kreuzungspunkt mit den zentralen Flucht- und Konzeptlinien der Raum-Skulptur WestGermany und seines spezifischen Gefüges zu bewegen: gleich einer raumgewordenen und wandelnd erfahrbaren Poetologie des Wissens ist ein eben noch synästhetisch erfahrbares – nun schon wieder kulturwissenschaftlich in-formiertes Gesamtkunstwerk entstanden, das den Gestus der Intuition und hartnäckigen Spürsinns trägt, wie er den (post)modernen, im besten Sinne vielfältig “gebrochenen” (Künstler-als-) Anthropologen kennzeichnet.

Das Ergebnis ist ein erster facettenreicher Kulminationspunkt eines umgreifenden, multiperspektivischen künstlerischen Prozesses, ständig zwischen Neugier-herausfordernder Recherche, literarisch-mythischer Affizierung und taktil erfahrbarer Inszenierung grenzen- und fast schwerelos oszillierend.

Die Kulturgeschichte des Menschen vollzieht sich unter Beobachtung von Krähen – und umgekehrt. Der Blick der Krähen, ihr Verhalten, ihre Präsenz ist anders als die anderer Kreaturen, und das fasziniert uns, beunruhigt uns, „beschäftigt“ uns. „Krähen bleiben mysteriös, ohne exotisch zu sein.“ (Cord Riechelmann). Diese enge Symbiose zeitigte über die Jahrhunderte unzählige Formen und Semiotisierungen, so dass sich schließlich auch die Geschichte der Krähe quasi unter der Beobachtung der Kunst (von Caspar David Friedrich (nicht nur) bis zu Hitchcock) vollzieht.

Diese Ausstellung macht dies auf wunderbare Art erfahrbar. Und weist auch darüber hinaus: das Exemplarische dieser (künstlerischen) Beziehung Krähe-Mensch verweist uns auf unsere generelle kreatürliche Eingebundenheit in die Lebenswelt, ebenso aber auch auf unsere spezifisch kreative Umgangsweise mit ihr.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s